Victor Junk - Publikationen und Werkverzeichnis

Selbstständige Publikationen und unveröffentlichte Manuskripte
Goethes Fortsetzung der Mozartschen Zauberflöte (Berlin 1899)
Max Reger als Orchesterkomponist und sein Symphonischer Prolog zu einer Tragödie op.108 (Leipzig 1910)
Gralssage und Gralsdichtung des Mittelalters (Sonderband der Akademie der Wissenschaften Wien 1911)
Tannhäuser in Sage und Dichtung (München 1911)
Die Metrik des „Guten Gerhard" des Rudolf von Ems (München 1911) 
Die Bedeutung der Schlußkadenz im Musikdrama (Wien 1926)
Handbuch des Tanzes (Stuttgart 1930, 19 ?)
Die Nobelpreisträger 30 Jahre Nobel Stiftung (Wien-Leipzig 1930)
Das Lied vom Prinzen Eugen (mit Oswald Redlich, Anzeiger der Akademie der Wissenschaften Wien 1924)
Franz Schalk Briefe und Betrachtungen (Wien 1935)
Die taktwechselnden Volkstänze - deutsches oder tschechisches Kulturgut? (Leipzig 1938 Schriftenreihe des staatlichen Instituts für deutsche Musikforschung Berlin Band 3)
Grundlegung der Tanzwissenschaft (Manuskript)
Tristen und Isolde in Mythos, Märchen, Sage und Dichtung (Manuskript)
Ausgaben
Rudolfs von Ems Willehalm von Orleans. Herausgegeben aus dem Wasserburger Codex der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek in Donaueschingen (Berlin 1905)
Die Epigonen des höfischen Epos Auswahl aus deutschen Dichtungen des 13. Jahrhunderts (Leipzig 1906, 2. Auflage 1913)
Rudolf von Ems: Alexander. Ein höfischer Versroman des 13. Jahrhunderts. Zum ersten Male herausgegeben (Leipzig 1928/1929, 2 Bände)
Nicolaus Bach Messe in e-moll Partitur in „Die Kunst des Bachschen Geschlechts" Band 2 (Breitkopf & Härtel 1920)
Johann Christoph Bach Motetten in „Die Kunst des bachschen Geschlechts" (Breitkopf & Härtel 1922)
Hugo Wolf Italienische Serenade für Klavier zu 2 Händen (Bote & Bock) 
Max Reger vier Tondichtungen nach Böcklin für Klavier zu 2 Händen (Bote & Bock)
W. A. Mozart Mitridates, Bearbeitung und deutsche Übersetzung (Manuskript)
Vorträge
Im Rundfunk gehalten: (wenn nicht anders vermerkt: Radio Wien bzw. Reichssender Wien)
Hans Pfitzner zum 60. Geburtstag (1929)
Der Nobelpreis und seine Geschichte (1929)
Zur Geschichte des Tanzes (1930)
Hans von Bülow zu seinem 100. Geburtstag (1930)
30 Jahre Nobelstiftung (1930)
Zur Kulturgeschichte des Tanzes (1931)
Max Reger zur 15. Wiederkehr seines Todestages (1931)
Mozarts letzte Sinfonien, einleitende Worte zu ca. 4 Konzerten der Philharmoniker
30 Jahre Nobelpreis (1931)
Die großen internationale Aufgaben der Wissenschaft (1931)
Wir gehen durch das alte Wien (1932): Der Jesuitenplatz
Die Organisation moderner wissenschaftlicher Forschung (1932)
Richard Wagner als Künstler der Form (1932)
Max Reger zum 60. Geburtstag (1933)
Richtiges Deutsch im Alltag (1933)
Die Bedeutung der Schlußkadenz im Musikdrama (1933)
Die wissenschaftlichen Forschungsstätten Österreichs (1934)
Der Tanz Tanz im musikalischen Kunstwerk (1934)
Richard Wagner und die Wiener Oper (1934)
Das Lied vom Prinzen Eugen - eine bayrische Schöpfung (Im bayrischen Rundfunk verlesen, da Junk selbst  nicht ausreisen durfte)
Die Kunst des Klavierauszuges (1935)
Die Ouverture als Idee des Musikdramas (1935)
Max Reger und sein 20. Todestag (1936)
Max Reger, zum Gedächtniskonzert der Ravag am 12. Mai (1936) 
Richard Mayr zum Gedächtnis (1936)
Zur heutigen Aufführung von Siegfried Wagners Oper Der Bärenhäuter (1937)
Zur heutigen Aufführung von R. Wagners Die Walküre (1937)
Dasselbe zu Siegfried (1937) und zu Götterdämmerung (1937)
Zur heutigen Aufführung von Hans Pfitzners Palestrina (1937, krankheitshalber vom Sprecher gelesen)
Cosima Wagner zum 100. Geburtstag (1937)
Zwei österreichischen Gelehrten zum Gedenken: Gustav Jäger und Robert Franz Arnold (1938)
Zur heutigen Aufführung von Wagners Parsifal (1938) Österreichischer Rundfunk
Zur heutigen Aufführung von Wagners Lohengrin (Reichstheaterfestwoche Reichssender Wien 1938)
Weitere Vorträge
Urania Wien:
Das Märchen, sein Wesen und seine Geschichte (1910)
Tannhäuser in Sage und Dichtung (1910)
Warum erzählen wir Kindern Märchen (1911)
6 Vorträge über Hans Pfitzner (1924)
Die Oper nach Wagner (7 Vorträge) (1927)
Das moderne Lied (1928)
Die Singspiele und Opern Schuberts (1928)
Über den Nobelpreis, seine Geschichte und seine Träger (1933)
Rund um den Universitätsplatz (1933)
Salzburger Hochschulkurse:
6 Vorträge im Schloß Mirabell (Salzburg, 1909)
Die Sage von Tristan und Isolde von ihren Anfängen bis zu Richard Wagner (1909)
Akademie für Musik und die Kunst - Volkstümliche Vortragsreihe:
Einführung in die Kunst Max Regers (6 Vorträge, 1923)
Hans Pfitzner und sein Werk (6 Vorträge, 1923)
Internationaler Musikkongress 1924, Wien :
Die Bildung des Musikers
Anläßlich der Plakette Hans Richters im Foyer der Staatsoper (1943) zum 100. Geburtstag Hans Richters
Außerdem Vorträge im akademischen Wiener Wagnerverein, der Wiener Mozartgemeinde, Wiener Goethegesellschaft und bei Sitzungen der Akademie der Wissenschaften (1934)
Das Sprachgenie Österreichs - in memoriam Viktor Junk 
Nahezu unbeachtet von der Öffentlichkeit ist in der stillen Abgeschiedenheit seines kleinen Landhauses in  Frohnleiten am 5. April Univ.-Prof. Dr. Viktor Junk gestorben, fünf Tage vor Vollendung seines 73. Lebensjahres. Mit ihm verliert das kulturelle Leben Österreichs einen Wertvollen Vertreter, ja man kann sagen, einen Polyhistor. Durch fünfzig Jahre wirkte Junk als Generalsekretär der Wiener Akademie der Wissenschaften. Er war  nicht nur Germanist, sondern auch ein überaus fruchtbarer Schriftsteller, Komponist und außerdem wohl das  größte Sprachtalent, um nicht zu sagen Sprachengenie Österreichs, beherrschte er doch nahezu hundert lebendige und tote Sprachen, Dialekte bzw. Idiome. Zahlreiche Kompositionen rühren von seiner Hand, vorwiegend tänzerischen Inhalts oder für Ballett bestimmt.  Für Orchester schrieb er u.a. das symphonische Werk „Der tanzende Derwisch". Mehr bekannt ist seine große Ballettmusik aus seiner komischen Oper „Don Pawlo". Neben der einaktigen Oper „Die Wildfrau" verdient das Oratorium „Legende von der Liebe" besondere Erwähnung, dessen Text on dem bekannten Wieder Theaterforscher Prof. Josef Gregor stammt. Dieses Werk soll demnächst in Wien zur Aufführung kommen. Prof. Junk war der ständige musikalische Begleiter von Karl Kraus und besorgte die musikalische Einrichtung  vieler Neubearbeitungen von Nestroywerken. Viktor Junk schrieb auch wissenschaftliche Werke über den Tanz. Das erste Tanzlexikon überhaupt, das es  heute gibt, stammt on ihm, nämlich das „Handbuch des Tanzes", das 1930 herauskam. Kurz nach seinem Hin scheiden traf von seinem Verlag der Vertrag für sein letztes Werk „Grundlagen der Tanzwissenschaft" ein. Am Grabe dieses bedeutenden Gelehrten und Künstlers sprach in Vertretung der Akademie der Wissenschaften Univ.-Prof. Dr. Oberhummer ergreifende Abschiedsworte.

Graz, 15.4.1948

Victor Junk 

dem hervorragenden Gelehrten, dem warmherzigen Musiker und dem unvergessenem Freund (+ 5. April 1948)

Wir stehen an Deinem Grab 
Und können es nicht fassen,
Du hast dein Werk und uns
plötzlich und still verlassen.

Du gingst von uns, so wie du gingst durchs Leben:
Fast unbemerkt und ohne Lärmen.
Dein Wirken war ein immerwährend Geben,
Ein Sich-verschenken und ein Aufwärtsstreben.

Nun ruhst Du aus von reichen Arbeitstagen,
Du achtet`st nie der täglichen Beschwerden,
Verstummt bist Du, Dein Fernsehen, Wirken, Fragen...
Du bist am Ziel... wir weinen und wir klagen.

Dein Werk, es lebt, Du hast es uns gelassen,
Du hast gewirkt, Du kanntest kein Verweilen,
Du ziehst nun hin auf unbekannten Straßen.

Nun ruhe aus! Leb wohl! ... Hast uns zu früh verlassen.

Hans Wamlek

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