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7 PIECES FOR QUICK FINGERS, für Altblockflöte- oder Querflöte-Solo von Sylvie Azer-Höflinger. traunmusik Wien, 1999, JPT ABS 268
Nicht nur der Titel dieser Etüden weist auf eine geistige Verwandtschaft zu Frans Brüggens 1957 gedruckten und viel gespielten "5 Etüden für
Fingersicherheit" hin. Auch in einer Fußnote bekennt sich die Komponistin zu ihrem Idol und schreibt ihre Nummer 3 als Hommage in einer Umkehrung des
motivischen Materials ihres Vorbilds.
Mit den Übungen sollen zweifellos verschiedene Griffkombinationen im schnellen Tempo studiert werden. In den gängen B-Tonarten bis zu As-Dur wird
zwischen f' bis a'' in allen Lagen und Registern konzertant hin- und hergeturnt. Wiederum den Brüggenschen Etüden vergleichbar, sind alle Stücke
durchweg tonal gesetzt. Es stellt sich also wiederholt in beiden Fällen die Frage nach einer derartigen Motivation in Zeiten der Hoheit Neuer Musik.
Wohl durch Vorbilder wie Fürstenau und Andersen inspiriert, mag sich Brüggen stilistisch stillschweigend an Querflötenetüden des 19.Jahrhunders
orientiert haben. Sylvie Azer-Höflinger geht noch darüber hinaus, romatisiert ihre Musik, mit kleinen Ausflügen in modale Passagen. Beide
verhalten sich also auf den ersten Blick retrospektiv. Aus der Sicht der Blockflötenenthusiasten, deren Repertoire alter Musik mit dem Barock zu
versiegen scheint, ergibt sich daraus eine musikalische Perspektive besonderer Art. Im Vorwort der "7 Pieces" bezeichnet die Autorin ihre Etüden
auch als Ausdrucksstudien. Wohl im Sinne der Erkundung nachbarocker Klanglichkeiten. Derartige musikalische Ausflüge sind bei der Blockföte
jedoch dünn gesät. Dabei kann lediglich auf die 1977 bei Waterloo Musik - nomen est omen - von Hugh Orr herausgegebenen "24 Studies for Alto Recorder"
verwiesen werden, wo Transkriptionen berühmter klassisch-romantischer Etüden für verschiedene Instrumente der Blockflöte in entferntesten Tonarten
zugänglich gemacht werden. Allen drei Etüdensammlungen ist die gute Mischung aus Fingertraining und musikalischer Herausforderung andererseits gemeinsam.
Nik Tarasov
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